Wir können den Klimawandel stoppen
Seit Beginn der Industrialisierung ist die durchschnittliche Temperatur auf der Erde um 0,8 Grad Celsius gestiegen. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber die Folgen sind enorm: Das Polareis schmilzt rasant. Wetterextreme und Wirbelstürme nehmen zu. Schon heute schädigt der Klimawandel Ökosysteme und die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Und das ist erst der Anfang.
Etwas Vergleichbares hat es nie zuvor gegeben: ein Problem, das den ganzen Planeten betrifft, eine Bedrohung der Menschen aller Kontinente und Länder. Doch es ist keine Gefahr aus dem All. Den Klimawandel verursachen wir Menschen selbst, indem wir zu viel Kohlendioxid (CO2) und andere Treibhausgase in die Atmosphäre blasen.
Und darin liegt unsere Chance: Was wir selbst in Gang gebracht haben, können wir auch selbst wieder stoppen. Die dafür notwendigen Technologien gibt es bereits!
Der Treibhauseffekt
[01] Sonnenstrahlen erwärmen die Erdoberfläche.
[02] Die absorbierte Energie wird als Wärme wieder abgestrahlt, die nur zum Teil ins All entweicht.
[03] Den Rest halten Treibhausgase in der Atmosphäre zurück. Der Mensch bringt dieses fein austarierte Gleichgewicht durcheinander.
Bis zum Jahr 2050 können – und müssen – die CO2-Emissionen um 50 Prozent gesenkt werden, in den Industrieländern sogar um 80 Prozent. Gelingt dies, wird der Anstieg der globalen Temperatur die 2-Grad-Marke nicht übersteigen. Und das halten Wissenschaftler für unbedingt notwendig, damit das Erdklima nicht vollends außer Kontrolle gerät. Die Hälfte des globalen Energiebedarfs werden Mitte des Jahrhunderts erneuerbare Energien decken. Voraussetzung ist, dass Effizienzsteigerungen und Sparmaßnahmen den Energieverbrauch eindämmen. Dass dies möglich ist, ohne die Weltwirtschaft und die Entwicklungschancen ärmerer Staaten zu gefährden, zeigt Greenpeace in der Studie Energie (R)evolution.
Denn eines ist klar: Um das Ziel zu erreichen, brauchen wir nichts geringeres als
eine Energie-Revolution – fundamentale Veränderungen bei der Stromerzeugung, beim Wohnen, im Verkehr, in unser aller Verhalten. Wir in den Industrieländern müssen dabei vorangehen. Und die Entwicklungs- und Schwellenländer brauchen unsere Unterstützung, damit sie unsere Fehler nicht wiederholen.
Der Klimawandel ist eine globale Bedrohung, die globales Handeln erfordert. [...] Wir haben keine Zeit zu verlieren. Fangen wir an, klimafreundlich zu leben – jetzt!
Aus: So retten wir das Klima - von Wolfgang Hassenstein und Carsten Raffel (Illustrationen), greenpeace magazin 6.07, S. 77 ff
Veröffentlichung auf ökofieber mit freundlicher Genehmigung von Greenpeace e.V.
