Die klimagerechte Welt

Die Folgen der globalen Erwärmung bedrohen alle. Doch besonders schlimm wird es die ärmsten Länder treffen. Sie können sich teure Anpassungsmaßnahmen nicht leisten – und emittieren selbst kaum Treibhausgase. Deshalb sind die reichen Länder am Zug: Sie müssen ihren Technologievorsprung zur Reduzierung der eigenen Emissionen nutzen. Und den Armen beim Aufbau einer klimaverträglichen Infrastruktur helfen. Das Ziel: „Klimagerechtigkeit“. Damit wir das 2-Grad-Ziel schaffen, darf jeder Erdenbürger im Jahr 2050 nur noch 1,3 Tonnen CO2 pro Kopf produzieren. Zum Vergleich:

Nicht klimagerecht: Geländewagen und Limousinen

Ein schwerer Geländewagen oder eine große Limousine kommen mit 1,3 Tonnen CO2-Ausstoß gerade mal 3000 Kilometer weit. Ein Drei-Liter-Auto schafft dagegen 18.000 Kilometer.

Keine Klimagerechtigkeit: viel geringere Pro-Kopf-Emmission in Bangladesch

Eine Familie in Bangladesch verursacht die gleiche Menge CO2 in einem ganzen Jahr – mit allem, was sie tut. Dort liegen die Pro-Kopf-Emissionen heute bei jährlich 0,3 Tonnen.

Nicht klimagerecht: hoher Fleischkonsum der Industrieländer

Vier Durchschnitts-Konsumenten in den Industrieländern dagegen belasten allein durch ihren Fleisch-Konsum die Atmosphäre entsprechend stark. Denn bei der Produktion von einem Kilo Fleisch werden Klimagase mit der Wirkung von drei bis vier Kilo CO2 frei (inklusive Methan und Stickoxide).

Auch beim Hin- und Rückflug in ein 2500 Kilometer entferntes Urlaubsziel (zum Beispiel Hamburg-Antalya) setzt jeder Passagier Treibhausgase mit der Wirkung von 1,3 Tonnen CO2 frei. Mit einer Reise ist das „Klimakonto“ für ein Jahr also bereits überzogen.

Ziel Klimagerechtigkeit

Um das 1,3-Tonnen-Ziel zu erreichen, bleibt uns noch etwas Zeit. Aber: Mit dem Klimaschutz anfangen müssen wir sofort. Denn die Rechnung geht nur auf, wenn die CO2-Emissionen schnell und stetig zurückgehen – von heute an!

Der Ausstoß an Klimagasen ist extrem ungleich verteilt: Die USA emittieren 5,9 Milliarden Tonnen CO2 jährlich, etwa 20 Tonnen pro Person. Dagegen stößt ganz Afrika südlich der Sahara zehnmal weniger aus – mit doppelt so vielen Menschen. Als größter CO2-Emittent wird China die USA bald überholen. Aber: Pro Kopf verursacht ein Chinese noch immer sechsmal weniger CO2 als ein USAmerikaner und dreimal weniger als ein EU-Bürger.

Aus: So retten wir das Klima - von Wolfgang Hassenstein und Carsten Raffel (Illustrationen), greenpeace magazin 6.07, S. 77 ff
Veröffentlichung auf ökofieber mit freundlicher Genehmigung von Greenpeace e.V.

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