Das Dorf der Zukunft

Die „Energie-Revolution“ verändert auch das Landleben. Schon heute produzieren viele Bauern neben Lebensmitteln Biogas und -kraftstoffe. Ein Trend, der sich noch verstärken wird, schließlich gibt es in ländlichen Gebieten klimafreundliche Energie-(und Einnahme-)Quellen im Überfluss – man muss sie nur anzapfen. Eine Riesenchance bieten dezentrale Kleinkraftwerke und Solaranlagen für ländliche Regionen in Entwicklungsländern, die bisher nicht am Stromnetz sind.

Mithilfe moderner Technik wird sich die Nutzung der in Biomasse gespeicherten Sonnenenergie in den kommenden Jahrzehnten vervielfachen. Organische Abfälle, Holz und Stroh sowie kultivierte Energiepflanzen werden Mitte des Jahrhunderts ein Fünftel des globalen Bedarfs an Strom und Wärme decken.

Dorf der Zukunft: Bereits vorhandene Ressourcen zur Energiegewinnung nutzen

[01] Biogas kann Höfe oder ganze Dörfer mit Strom und Wärme versorgen. Es entsteht durch die Vergärung von Mist und organischen Abfällen, die in der Landwirtschaft sowieso in großen Mengen anfallen, und zunehmend auch aus eigens angebauten Pflanzen.

[02] Bio-Kraftstoffe aus Raps, Mais oder Zuckerrohr, bald vielleicht auch aus Stroh und Holz, treiben Autos genauso gut an wie Sprit aus Erdöl. Dabei wird theoretisch nur so viel CO2 frei, wie die Pflanzen zuvor aufgenommen haben. Wichtig ist, dass der Anbau der Energiepflanzen ökologisch verträglich ist und nicht zu Lebensmittel-Engpässen führt. Und: Viel effizienter ist es, mit Biomasse Strom und Wärme zu erzeugen.

[03] Sonnenenergie gibt’s vom Scheunendach! Das bietet genügend Fläche für Solarzellen.

[04] Windräder drehen sich, wo viel Platz ist: auf dem Land. Landwirte können entweder ihre Flächen verpachten oder selber in Anlagen investieren und den Strom verkaufen. In Ländern wie Deutschland, Spanien, den USA, Dänemark und Indien boomt die Windkraft längst. Das Potenzial: bis 2050 sieben Milliarden Kilowattstunden jährlich – dreimal mehr, als heute alle Atomkraftwerke liefern.

[05] Wasserkraftwerke haben heute global gesehen den größten Anteil an den erneuerbaren Energien, aber ihr Potenzial ist begrenzt. Vor allem der Bau großer Staumauern gefährdet oft Umwelt und Menschenrechte. Eine Alternative sind kleine Anlagen, zum Beispiel Flusskraftwerke.

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Aus: So retten wir das Klima - von Wolfgang Hassenstein und Carsten Raffel (Illustrationen), greenpeace magazin 6.07, S. 77 ff
Veröffentlichung auf ökofieber mit freundlicher Genehmigung von Greenpeace e.V.

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