16. März 2009

Der Traum vom eigenen (Passiv-) Haus

Von: Christian

Eigenes Haus oder Eigentumswohnung? Neu bauen oder alt kaufen? Was ist ökologisch sinnvoller?

Ein eigenes Haus - ökologisch sinnvoll?
Ein eigenes Haus - ökologisch sinnvoll?

Ich spaziere gerne durch Wohnviertel, um mir schöne Häuser anzusehen und davon zu träumen, selbst mal eines zu besitzen. Jetzt wo der Zeitpunkt gekommen ist und der Traum Wirklichkeit werden könnte, fange ich an, mich intensiver damit auseinanderzusetzen - insbesondere im Zusammenhang mit der Frage der richtigen Altersvorsorge. Sehr unbequem dabei ist mein inzwischen stärker ausgeprägtes ökologisches Bewußtsein...

Eigenes Haus oder Eigentumswohnung?

Plötzlich stelle ich mir Fragen wie: Brauche ich wirklich ein Haus? Oder ist das nur wieder so ein von Gesellschaft und Medien geprägter Konsumwunsch, wie z.B. der Wunsch nach einem fetten Auto, 400 Fernsehprogrammen oder irgendwelchen (anderen) eigentlich überflüssigen Produkten ("Haben-Muss!")? In den meisten Fällen würde es vermutlich eine (ausreichend große) Eigentumswohnung genau so tun. Klar, da kommen dann so Argumente wie "In einem Mehrfamilienhaus muss man Rücksicht auf andere nehmen" oder "Da gibt's nur Ärger mit den Nachbarn" (z.B. wenn der eine auch im Sommer heizen will, der andere aber nicht). Aber: Ärger kann's auch mit den Nachbarn angrenzender Häuser geben und das mit der Rücksichtnahme stellt eigentlich keine wirkliche Einschränkung der Lebensqualität dar - schließlich feiert man nicht täglich wilde Partys und bohrt auch nicht jeden Sonntag Löcher in die Wand.

Und eine Wohnung bietet auch Vorteile: man teilt sich Investitions- und Instandhaltungskosten am Haus, z.B. für Heizungsanlage oder Rasenmäher. Und zumindest im Schwabenland auch die Pflicht der Putz- und Kehrwoche... ;-)

Dann wäre da noch das Argument des höheren Platzangebots in einem Haus. Ja, das klingt schon gut - aber wenn ich genau drüber nachdenke, braucht man den Mehrplatz eigentlich nicht wirklich. Im Gegenteil: das muss alles nur geputzt und instandgehalten werden. Zumindest für mich eher ein Verlust an Lebensqualität.

Wie ich's auch drehe und wende: eigentlich spricht nichts für ein Haus. Außer dass es für mich einen größeren Reiz als eine Wohnung hätte. Was allerdings kein wirklich überzeugendes Argument ist, zumal es auch reizvolle Wohnungen gibt und ich mich bislang in jeder Wohnung nach kurzer Eingewöhnung wohlgefühlt habe...

Neu bauen oder alt kaufen?

Neu bauen und Flächen versiegeln oder alt kaufen?
Neu bauen und Flächen versiegeln oder alt kaufen?

Nehmen wir an, ich entscheide mich nun doch für ein Haus. Dann auf jeden Fall ein Passivhaus. Was aber ist dann besser: ein neues Passivhaus zu bauen oder ein älteres, bereits existierendes normales Haus zu kaufen und dieses dann ggf. in ein Passivhaus umzubauen? Die meisten anderen Menschen scheinen sich darüber keine Gedanken zu machen, wenn ich mir all die neuen Wohngebiete überall um mich herum anschaue. Was vorher Wald, Wiese oder Ackerland war, wird jetzt versiegelt, die Natur ein weiteres Stück zurückgetrieben. Kann ich das verantworten?

Wie ist das mit Ackerland? Ist es besser für die Natur wenn ich ein Passivhaus mit einem Naturgarten darauf errichte oder ist es besser den Acker Acker sein zu lassen (monoton bepflanzt, gedüngt und gespritzt, ohne einem einzigen Baum darauf)?

Ich kann die Fragen leider nicht beantworten. Aber mein Gefühl sagt mir, dass es umweltfreundlicher und resourcenschonender zu sein scheint keine weiteren Flächen zu versiegeln und stattdessen ein bestehendes Haus zu kaufen und möglichst weitgehend in ein Passivhaus umzubauen.

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2 Kommentare
#2 marie schrieb am 04.05.2010 17:05 answer

All diese Irrtümer haben wir vor 10 Jahren gemacht Kontiki.
Mittlerweile ist das große Haus verkauft und wir leben wieder mit 2 Kindern in einer Etagenwohnung.
Wir haben mehr Zeit zum Spazieren, Lesen, Radfahren...
Als unser Haus gebaut wurde haben wir uns geärgert über den ganzen Müll und die Abgasen, die daraus entstanden.
Wir hatten viel größere Heizungskosten. Vom Strom sprechen wir nicht (7 Glühbirnen wurden nötig um das Treppenhaus zu beleuchten!).
Es lag schön im Grünen. Ja, aber dafür fuhren jeden Tag 2 Autos in die Stadt und zurück. Wir haben einfach die Umwelt verpestet. Ich schäme mich richtig dafür!

#1 kontiki schrieb am 29.03.2010 10:51 answer

Ja, genau so sehen mein Freund und ich das auch. Was viele unserer Freunde, Bekannte und Verwandte sich antun, erscheint auch uns immer fragwürdiger. Wir stellen immer wieder fest dass sie"Jobs tun die sie hassen um sich vom verdienten Geld Sachen zu kaufen, die sie nicht brauchen".

Wir lieben unsere Arbeit, können gut davon leben, leben aber eher sparsam in einer Etagen-Wohnung. Wenn es uns dort nicht mehr gefällt, z.B. weil sich das Umfeld verändert hat, können wir jederzeit umziehen und müssen uns nicht ärgern.
Wir sind lieber schneller fertig mit putzen und haben mehr Zeit für Ausflüge, Wanderungen, Bücher lesen, Gespräche oder Kaffetrinken mit Freunden.

Passivhäuser finden wir auch extrem gut, aber wir würden nicht extra eines bauen - aus denselben Gründen wie Ihr.

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