28. März 2009

Umweltfreundlich suchen im Internet

Von: Christian

Mit jeder Suchanfrage in Google & Co werden eine Menge Strom verbraucht und CO2 ausgestossen. Es geht auch umweltfreundlich und CO2-neutral: mit der Suchmaschine Forestle.

Umweltfreundlich suchen im Internet: die umweltfreundiche Suchmaschine Forestle
Die umweltfreundiche Suchmaschine Forestle

Dass das Internet einen immer größer werdenden Teil zum weltweiten Stromverbrauch und CO2-Ausstoß beiträgt, hat sich mittlerweile wohl rumgesprochen. "Allein eine Anfrage bei der Suchmaschine Google kostet vier Watt Strom pro Stunde oder zwei Gramm CO2 Ausstoß." [1] Eigentlich sollte man, mit dieser Information im Hinterkopf, künftig sparsamer sein mit dem Suchen in Google & Co. Aber schon allein, weil das Internet mein Beruf ist, kann ich diese ökologisch sinnvolle Regel leider nicht befolgen.

Was ich bislang nicht wußte: es gibt auch umweltfreundliche Suchmaschinen. Mit www.forestle.org z.B. steht eine Alternative zu Google & Co zur Verfügung, die sich als "grüne Suchmaschine" bezeichnet. Zwar arbeiten die Server von Forestle wohl nicht mit Ökostrom, aber der gesamte CO2-Ausstoss von Forestle wird im Nachhinein durch Kauf von Zertifikaten für erneuerbare Energien ausgeglichen. Damit ist die Suchmaschine lt. eigenen Angaben absolut CO2-neutral. [2]

Der eigentlich Clou aber ist, dass mit jeder Suchanfrage 0,1 m2 Regenwald gerettet werden. Möglich wird dies durch die Einblendung von Anzeigen, die neben den normalen Suchergebnissen erscheinen. Durch die damit erzielten Werbeeinnahmen können im Schnitt 0,1 m2 Regenwald pro Suchanfrage gekauft werden.

Übrigens kann man Forestle ganz leicht in die Suchleiste seines Internetbrowsers integrieren. Wie das geht, steht hier.

Hinter Forestle stecken übrigens die Suchergebnisse der bekannten Suchmaschine Yahoo - nur eben in einer umweltfreundlichen Variante. Durch Nutzung von Forestle kann man also nicht nur etwas gutes für die Umwelt tun, sondern sorgt ganz nebenbei auch noch für ein wenig mehr Konkurrenz zum Monoplisten Google. Wer trotzdem weiterhin Google den Vorzug geben möchte, kann übrigens die auf Google basierende Suchmaschine www.Znout.org verwenden. Znout arbeitet ebenfalls CO2-neutral, kann aber keinen Regenwald pro Suchanfrage kaufen.

[1] "Wie viel Energie kostet eine Google-Suche", Artikel auf stern.de vom 08.08.2008
[2] http://forestle.org/_lang/de/faq.php

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11 Kommentare
#11 Bianca schrieb am 07.07.2010 09:40 answer

Hallo zusammen!
Ich bin derzeit als Aushilfe in einem mittelständigen Unternehmen tätig und habe über Facebook von Seiten wie Forestle und Ecosia usw erfahren. Meine Aushilfstätigkeiten hier beschränken sich derzeit ausschließlich auf Arbeit am und um den PC. Gerade für elektronische Geräte Lebensdauerwerte zu finden bedarf viel Einsatz von Google und dergleichen. Ich habe mich zwar bemüht, ecosia zu verwenden, aber ebenso viele kritische Kommentare und Artikel darüber gelesen. Meine Meinung dazu ist es, dass der Betreiber einer Umweltfreundlichen Suchmaschine natürlich daran verdienen muss, sonst würde er es nicht betreiben- aber soll er doch. Klar muss man selbst den Arsch hoch kriegen und was tun. Ich z.B. fahre hierher morgens und mittags jeweils meine 8km mit dem Rad zur Arbeit, sofern es das Wetter zulässt. Mein PC zu Hause bleibt größtenteils auch aus. Utopische Werte wie 2m² Regenwald pro Suchanfrage retten zu können sind natürlich völlig übertrieben, aber selbst wenn es nur ein bisschen Stichellei gegenüber Google ist, warum nicht? Habt ihr euch eigentlich auch schon Gedanken darüber gemacht, wieviel Energie es kostet sich diese Artikel hier alle durchzulesen und selbst ein Kommentar zu posten? Ich geb allen Recht, die sagen es ist irrelevant ob man jetzt 2Minuten länger am PC sitzt oder welcher Anbieter welche Quellen benutzt, aber ich geb auch denjenigen Recht die sagen Arsch hoch, tu was für die Umwelt. Wer solche Ökosuchmaschinen benutzt um sein Gewissen zu beruhigen der ist wohl auch heut morgen mit nem 20Jahre alten Dieselfahrzeug zur Arbeit gekommen. Letztendlich kannst du einfach nicht bissel alternativ googlen und rausgehen und sagen "Ich habe den Regenwald gerettet"- da tut man der Umwelt was besseres, wenn man sich in seinem Garten einen Johannisbeerstrauch heranzüchtet oder mal beim Grillen statt 5 Steaks und 3 Würstchen nur ein Steak und en Maiskolben aufs Rost legt. Was ich damit sagen will ist, dass wenn man was tun will, dann kann man das mit ebenso wenig Aufwand, wie eine alternative Suchmaschine zu benutzen, wenn man ein bisschen nachdenkt. Man muss nicht gleich mit dem nächsten Flugzeug nach Afrika fliegen oder nach Thailand und den Regenwald wieder aufforsten (obwohl das auch sehr lobenswert wäre). Es würde schließlich auch genügen ein bisschen mehr aufzupassen, was man ohne große Mehrkosten und Aufwand an seinem Alltag richten kann, sodass man damit gut leben kann.
Genießt das schöne Wetter ihr Lieben zwinker

#10 A. Seelenfreund schrieb am 20.04.2010 14:52 answer

Ich bin in der ZEIT campus 3/2010 auf Christian Kroll den Begründer der "grünen Suchmaschinen" gestoßen und wollte nun mehr darüber erfahren. Die Kritik an seinem Ansatz ist überall sehr groß. Es wird angemerkt, dass nicht das gesamte Geld (ecosia) beim WWF eingeht, dass man auch mit forestle Strom verbraucht und dass es ja überhaupt über die großen Suchmaschinen läuft. Und ich muss sagen, dass ist alles verbesserungswürdig.
ABER: es ist der erste Schritt und warum soll ich nicht auch ein wenig Regenwald retten, wenn ich etwas im www suche? ich suche sowieso. Soll der Typ doch etwas mit seiner Idee verdienen (wenn er das überhaupt macht), ich bezweifle, dass die großen Autofirmen alle auf einmal ökoautos bauen, weil sie sich verantwortlich fühlen. Und natürlich können wir alle auch noch viel umweltschonender leben. Doch der Mensch, und ich zu aller erst, ist faul. Er ist nicht böse, er will nur gern ohne viele Umstände etwas für die Umwelt tun. Und da setzt die Idee genau an. Wenn es für Firma 1 lukrativer ist im Jahr ein paar Hektar Regenwald zu schützen und so mehr Kunden gewinnt, wird sie dies tun. Und Firma 2 wird doppelt soviele Hektar kaufen, um Firma 1 die Kunden zu nehmen. Vielleicht funktioniert diese Idee? Sie ist nicht das Optimum, aber ein kleiner Schritt, der sonst nicht gemacht würde.

#9 Steven W. schrieb am 16.11.2009 17:50 answer

Damit ich hier nicht negativ und zynisch rüberkomme, will ich auch mal sagen:

Ich bin sehr fürs Stromsparen. Die Sache mit Google scheint mir nur irgendwie am falschen Ende angesetzt. Es ist gut, das Bewusstsein zu schärfen und zu wissen, dass Internetbenutzung einiges an Strom fressen kann. Dass man nicht jeden Tag im Schnitt auf 100 Anfragen bei Google kommen sollte, wenn es nicht sein muss.

Aber man sollte immer die Gegenprobe machen: Was tue ich denn, wenn ich die Zeit nicht im Internet verbringe? Ein Buch lesen, hm, da geht eine Menge Papier drauf. Sport machen? Hm, da werde ich aber viel CO2 aus der eigenen Lunge in die Luft pusten. Und so weiter.

Ich selbst achte darauf, dass Elektrogeräte im eigenen Haushalt energieeffizient sind. Ich denke, die Bilanz bei Google ist ganz okay.

Ansonsten würde ich sagen, spendet doch lieber direkt an Firmen, die Umweltschutz-Projekte umsetzen. Solchen merkwürdigen Gegenrechnungen, wie bei Forestle, dass jede Suchanfrage im Schnitt 0,1 m² Regenwald rettet, würde ich sehr kritisch gegenüberstehen. Ich sehe eigentlich nur einen Nutzen in diesem Angebot, nämlich dass man Leute dazu bringt Forestle zu verwenden, die ansonsten nix für den Umweltschutz tun oder spenden würden. Aber ganz ehrlich, solchen Leuten will auch nicht helfen mithilfe eines Alibi-Projektes, das relativ wenig bringt, ein gutes Gewissen zu verschaffen und dann zu suggerieren, nun hätten sie echt was bzw. genug für den Umweltschutz getan.

Das ist jedenfalls meine Ansicht.

#8 Steven W. schrieb am 15.11.2009 23:59 answer

Hallo,

ich habe gerade zufällig diesen Artikel gesehen und muss dazu mal was sagen.

Wie könnt ihr alle so naiv sein? Fällt niemandem auf, dass die Behauptung aus dem Stern vorne und hinten nicht stimmen kann !??

Hier zu Googles Stellungnahme:
googleblog.blogspot.com/2009/01/powering-google-search.html

"That's why we have designed and built the most energy efficient data centers in the world, which means the energy used per Google search is minimal."

Also wird Forestle mehr Energie verbrauchen, denn sie haben nicht die hypermodernen Datencenter wie Google.

"Together with other work performed before your search even starts (such as building the search index) this amounts to 0.0003 kWh of energy per search"

Da habt ihr euren Wert, es sind 0,3 Wattstunden. Damit kann man die Energiesparlampe nur zwei Minuten betreiben.

Ich weiß nicht, welche kuriosen Energieaufwendungen die Ersteller besagter "Studie" miteingerechnet haben, vielleicht die Energiekosten für das Verlegen von DSL-Kabeln und die ganze Infrastruktur? Diese Rechnung wäre allerdings völlig Banane, denn man kann diese Kosten ja nur vermeiden, indem man sich überhaupt keinen Internetanschluss anschafft.

Sobald man einen Internetzugang hat, sollte man ihn auch nutzen. Die zusätzliche Energieaufwendung ist minimal.

#7 Angela schrieb am 07.09.2009 16:36 answer

Hallo Zusammen!
Ich zusammen wuerde auf jeden Fall mal folgende Vorschlaege machen:
1. Internetten nur, wenn noetig. Sprecht wieder mehr miteinander und konzentriere dich auf das Wesentliche, dann fallen sicher schon 50% der Internetzeit weg
2. Oekostrom nutzen
3. iss kein Fleisch mehr
4. pflanze selbst Baume - da bin ich grad dran, denn 20% Verwaltungkosten waren mir zu hoch, um nicht zu wissen, was die wirklich mit der Kohle machen. Ausserdem ist das Geschaeft mit CO2-Zertifikaten, Oko-Projekten etc. ja auch eine sehr undurchsichtige Sache. Man sehe nur die aeusserst unterschiedlichen und sehr kritischen Meinungen zum FSC.
Naja, muss jeder selbst wissen, m.E. gehts darum sein schlechtes Gewissen proforma gehen zu lassen und nicht um das wirkliche JA-sagen zum Umweltschutz... na meine Meinung :-) Doch was einfach super IST:
JEDE kleine Seele kann sich in jeder Sekunde dazu entschliessen etwas mehr Selbstverantwortung zu uebernehmen!
Ich habe dieses Jahr 5000 Baume gepflanzt und mache weiter... das ist in Thailand und jeder der gerne dort mitmachen will ist eingeladen :-) Herzl. Angela

#6 Christian von ökofieber schrieb am 31.07.2009 22:52 answer homepage

Hallo Pedro,

Du hast gestern einen langen, ausführlichen Kommentar zu diesem Artikel verfaßt (über die "vermeintliche" Umweltschutzorganisation, die Forestle unterstützt). Wir würden den Kommentar gerne veröffentlichen - könntest Du uns aber bitte vorab kontaktieren. Es ist für uns ansonsten etwas zu riskant ohne Belege für Deine Behauptungen. Und wir haben derzeit nicht die Zeit, alles selbst zu überprüfen...

Viele Grüße

Christian

#5 UMLU.de schrieb am 11.06.2009 16:01 answer homepage

Auch wir haben uns zum Thema Umweltfreundliche Suchmaschine einfallen lassen. Herausgekommen ist die "Umweltlupe" - kurz UMLU (http://www.umlu.de). Wir pflanzen zwar keine Bäume, liefern dafür umweltbewusste Suchergebnisse.

Es ist ganz einfach: diejenigen Produkte, Unternehmen oder Informationen, die umweltbewusst sind und den Richtlinien entsprechen, stehen oben! Umweltverschmutzer werden nicht gefunden.

Dahinter steckt eine redaktionell gepflegte Datenbank, bei der jeder mitmachen kann. Da wir noch im Aufbau des Systems sind, sind noch nicht alle Features umgesetzt.

Wie gesagt, jeder kann mitmachen und Seiten vorschlagen, bewerten, kritisieren etc. Am einfachsten ist es aber, UMLU als Startseite zu setzten und immer damit zu suchen. Es wäre schön, wenn sich das rumspricht und viele mithelfen würden. Dann geht’s auch mit dem Umweltschutz voran.

#3 Cori W.s. schrieb am 26.05.2009 16:29 answer

Hallo,

es ist ja sehr lobenswert, dass man sich um "grüne Suchmaschinen" bemüht. Aber - das sollte jedem klar sein - wenn man den verursachten CO2- Ausstoß nicht reduziert sondern nur das entstandene Gas gegen Zertifikate verkauft, bringt es der Umwelt herzlich wenig. Ich meine, der Ansatz an sich ist gut, aber man sollte die Ursache beheben und nicht die Folgen. Es gab mal einen sehr interessanten Versuch, die auf die Helligkeit einer Suchmaschine basierte. Denn je heller die Seite ist, desto mehr Energie benötigt sie. Sowas ist meiner Meinung nach eine bessere Lösung.

gruß

#4 Christian schrieb am 26.05.2009 16:40 answer homepage

Vielen Dank für Dein Feedback! Zum Thema Helligkeit gibt's übrigens einen Kommentar von Forestle unter forestle.org/_lang/de/faq.php. Demnach scheint es wohl bei TFT-Bildschirmen keine Stromeinsparmöglichkeiten mehr zu geben, wenn man einen schwarzen statt einen weißen Hintergrund verwenden.

Gruß

Christian

#2 Alex Schestag schrieb am 06.05.2009 10:29 answer homepage

Ich würde für Suchmaschinenoptimierung auch gern ökologische Suchmaschinen verwenden, aber das ist völlig unmöglich. Wer SEO macht, MUSS Google benutzen, weil die Kunden zu allererst auf das Google-Ranking schauen. Auch Yahoo! ist da mittlerweile mehr oder weniger irrelevant. Es gab mal eine ökologische Suchmaschine, die auf Google und Yahoo! zugreifen konnte, aber da hat Google den Vertrag gekündigt. Schade.

#1 Christian Kroll schrieb am 28.03.2009 12:34 answer homepage

Hallo,

vielen Dank für den tollen Artikel. Big Grins

Falls jemand Forestle weiterempfehlen möchte, dann gibt es hier mehr Infos dazu: forestle.org/_lang/de/spread_the_word.php

Grüße,

Christian Kroll
(Forestle-Gründer)

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